Bahnsteig-Gefälle

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Themen auf dieser Seite:
PFA / Ausnahmegenehmigung
Normen
Längsgefälle
Risiken
Quergefälle
VCD: Stuttgart 21 verstößt gegen EU-Richtlinien
Das Bahnsteiggleisgefälle in Stuttgart 21 im Blick der Vorschriften und der betrieblichen Praxis


PFA / Ausnahmegenehmigung!
„Im Zuge des geplanten Vorhabens sind Ausnahmen vom Regelwerk der Bahn erforderlich. Diese sind korrekt und vollständig in den Antragsunterlagen (Erläuterungsbericht Teil III, S. 85) dargestellt. Diese Ausnahmen werden hiermit zugelassen.PFA Gefälle

Normen
Die Normen für Gefälle in Bahnhöfen gehen aus dem folgenden Text hervor.
DIN Normen werden in Kürze ergänzt.

Längsgefälle
Die örtlichen Gegebenheiten durch S- und U-Bahnen machen ein Längsgefälle der Bahnsteige unvermeidbar, dieses beläuft sich auf 15 ‰. Das Risiko des Wegrollens wurde also erkannt. Herrn Kefers Vergleich: „Auch die Königstraße hat ein Gefälle von 15 ‰“, hinkt, denn dort besteht die Gefahr des Abstürzens (ins Gleisfeld) nicht.

S21-Bahnsteig_Gefälle_web
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Risiken
Video1: Ingenieure22 „Rolltest“
http://www.youtube.com/watch?v=YNYAmjlNTSg
Video 2: Baby von Zug überrollt – überlebt fast unverletzt
http://www.youtube.com/watch?v=Gw9TJ9sNMP4

Quergefälle
Um die Risiken des selbständigen Wegrollens zu vermindern, soll eine Absenkung zur Bahnsteigmitte von 10-20 ‰ vorgenommen werden. Damit rollende Gegenstände nicht trotzdem über die mittige Absenkung „hinausschießen“, werden von Herrn Kefer als Sicherheitsvorkehrungen sog. „Verbauungen“ benannt: „Das sind entweder Bänke, auf denen man sitzen kann, oder Mülltonnen oder Fahrtanzeiger bzw. Tafeln, auf denen man den Fahrplan nachlesen kann. Also, wenn sich etwas in die Mitte hineinbewegt, dann wird es auch in der Mitte aufgehalten und rollt nicht weiter. Das waren die Sicherheitsvorkehrungen, die damals mit dem Eisenbahn-Bundesamt während der Planfeststellung diskutiert und auch so beschlossen worden sind.“
Schlichtungsprotokoll: schlichtung-s21.de/2010-11-20_Wortprotokoll (S.140)

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28.10.11: VCD: Stuttgart 21 verstößt gegen EU-Richtlinien
Mit seinem um mehr als 500% vom zulässigen Regelwert abweichenden Gefälle steht Stuttgart 21 auch im Widerspruch zu den Europäischen Richtlinien für den grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV), stellt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. fest. “Der neue Stuttgarter Tiefbahnhof im Herzen Europas auf der Magistrale für Europa verstößt klar gegen die europäischen Interoperabilitätsvorschriften (TSI) – sie dienen dazu, einen durchgängigen, grenzüberschreitenden Bahnverkehr zu ermöglichen”, erklärt Matthias Lieb und verweist auf ein Schreiben der EU-Kommission an Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments. Darin werde klargestellt, dass eine EU-Ausnahmeregelung (sogenannte Strecken der Kategorie 3) nur für schon gebaute Strecken gelte. Im Vergleich zur deutschen Soll-Regelung dürfen laut EU-Vorschrift neu zu bauende transeuropäische HGV-Strecken eine maximale Bahnsteigneigung von 2,5 Promille nicht überschreiten. In Anbetracht solch restriktiver EU-Vorgaben dränge sich die Frage auf, wie für Stuttgart 21 dennoch eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden konnte, gibt Matthias Lieb zu bedenken.

Mit Stuttgart 21 soll erstmals in Deutschland ein Bahnhof mit Gleisen und Bahnsteigen im Gefälle gebaut werden – die deutschen Vorschriften schreiben als Sollwert eine Obergrenze von 2,5 Promille Gefälle vor – beim Stuttgarter Tiefbahnhof sind über 15 Promille Gefälle geplant. Der Grenzwert wird also um mehr als das Sechsfache überschritten. “Mit dieser Schräglage des Bahnhofs wird leichtfertig ein sicherer Eisenbahnbetrieb auf Spiel gesetzt”, kritisiert VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb die Planung zu Stuttgart 21. Als mögliche Gefährdungen nennt der VCD, dass sich in einem schräg geneigten Bahnhof Kinderwagen und Rollstühle selbstständig machen könnten, außerdem könnten sich Züge nach dem Halt wieder selbsttätig in Bewegung setzen, sofern die Bremsen nicht angezogen seien – im Fall der Doppelbelegung wären auch Auffahrunfälle aufgrund fehlerhafter Bremsung durch den Lokführer möglich.

Angesichts dieser Verstöße gegen EU-Recht könne die Bahn keinerlei Schadensatz bei einem Abbruch von Stuttgart 21 geltend machen, stellt Matthias Lieb klar. Vielmehr müsste die DB selbst daran interessiert sein, sichere Bahnhöfe zu bauen und zu betreiben. Im Gegensatz zu Stuttgart 21 sei der bestehende Kopfbahnhof schon heute europatauglich wie die TGV- und ICE-Züge täglich zeigen würden, betont der VCD-Vorsitzende.
Quelle: Zughalt

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Eisenbahn-Revue:
Das Bahnsteiggleisgefälle in Stuttgart 21 im Blick der Vorschriften
und der betrieblichen Praxis
„Da man Stuttgart 21 aus politischen Gründen aber unbedingt haben wollte, musste es – als „Schiefe Bahn“ [1] geplant werden und – musste die zugehörige europäische Vorschrift so modifiziert werden, dass die Planung einer „Schiefen Bahn“ hiermit formaljuristisch zu rechtfertigen war.
Beim neuen Stuttgarter Tiefbahnhof handelt es sich nach der EBO zweifellos um einen Bahnhof und nicht um einen Haltepunkt, auch wenn das in Aussicht genommene Betriebsprogramm betrieblich einen Haltepunkt vortäuschen soll. Für Haltepunkte werden als Ausnahme in Einzelfällen grössere Neigungen als 2,5 ‰ zugelassen. Mit der Zulassung von Haltepunkten in einem Gefälle von mehr als 2,5 ‰ sind aber alle Bahnen mit Recht sehr restriktiv.“
Quelle: Eisenbahn-Revue International 6/2011 ERI_6_2011_andersen

Fazit: K21 ist eben und ohne Gefälle und damit sicherer als S21!

 

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