Tunnels

Unvermeidbar?

Natürlich sind Tunnels an manchen Stellen unvermeidbar.
Wo man sie jedoch vermeiden kann, indem man überirdisch bleibt und dadurch viel Geld einsparen kann und weniger Risiken eingeht, sollte man dies genau bedenken.

Unbestritten:

Jeder Tunnel birgt Gefahren und dass ein ICE im Tunnel stecken bleibt, ist garnicht mal so selten:
In den letzten Monaten schon drei Mal (!):

14.01.2011 Nachrichten Main-Netz.de:
“ICE steckt im Tunnel fest - Fahrgäste evakuiert
Mühlbergtunnel bei Gemünden Aus bisher unbekannten Gründen ist am Freitag ein ICE-Zug im Mühlbergtunnel bei Gemünden stehengeblieben. Das Polizeipräsidium Würzburg meldete den Vorfall um 14.32 Uhr und sprach von Evakuierungsmaßnahmen in dem rund 5500 Meter langen Tunnel, der zur Schnellfahrstrecke Würzburg-Hannover gehört.”

04.10.2010 NTV - Panorama:
“Fast vier Stunden lang haben rund 600 Zugreisende am Montag in einem finsteren Bahntunnel bei Würzburg ausharren müssen. Ihr ICE 783 - auf dem Weg von Hamburg nach München - hatte bei Margetshöchheim eine Vollbremsung machen müssen. Ein unbekannter Mann war auf die Gleise gesprungen.... Zuerst wollten die Rettungskräfte die Bahnreisenden zu den Tunnelausgängen führen, um sie von dort aus zum nächsten Bahnhof zu bringen. Später entschloss sich die Bahn aber dazu, die Passagiere in einen Ersatzzug umsteigen zu lassen. Bis dieser Zug im Tunnel ankam und alle Menschen samt Gepäck umgestiegen waren, dauerte es fast vier Stunden.... Der ICE soll noch am Montag aus dem Tunnel geschleppt und unmittelbar danach untersucht werden.”
(Unklar ist, warum der ICE aus dem Tunnel abgeschleppt werden musste. Aufklärung erbeten.)

22.08.2010: Focus Online:
Lokpanne - ICE steckt stundenlang im Tunnel fest
Sonntag 22.08.2010, 21:07
Horror eines jeden Reisenden: Ein ICE ist in einem Tunnel bei Vaihingen an der Enz in Baden-Württemberg steckengeblieben. Die 420 Fahrgäste mussten mehrere Stunden bei heißen Temperaturen ohne Klimaanlage ausharren.
Nach Angaben der Bundespolizeidirektion war der Zug mit 200 Stundenkilometern von Berlin in Richtung München unterwegs, als er im Pulverdinger Tunnel am Sonntagmittag wegen eines Motorschadens liegenblieb. Vier Fahrgäste mussten nach stundenlanger Wartezeit ohne Klimaanlage mit Kreislaufproblemen medizinisch versorgt werden – ein Reisender kam ins Krankenhaus.

Sollte man diese Gefahren nicht vermeiden, wenn es irgend möglich ist?

Zudem ist der Tunnelbau eine teure Angelegenheit.

Sollte man nicht die vermeidbaren Kosten sinnvoller und “ungefährlicher” anlegen?

Sicherheitsvorkehrungen in Tunnels:

Trotz Verordnungen wollte die Stadt Stuttgart nur alle 1000 m einen Notausgang vorsehen. Aufgrund der Einwände der gegnerischen Stadträte, z.B. Gangolf Stocker, wird nun der Verordnung Genüge getan und alle 500 m ein Notausgang geschaffen.

Rettungsstollen:

A8 Die Abstände zwischen den Rettungsstollen der zwei Tunnelröhren (Querschlagabstand) sind mit 500 m zu groß. Der große Abstand erschwert die Flucht bei Brand und erschwert die Rettungsmaßnahmen bei Unfällen.
Beispiele der Querschlagabstände anderer eingleisiger Tunnelröhren: 
Guadarrama-Tunnel (längster Tunnel Spaniens): 250 m,
Gotthard-Basis-Tunnel (längster Tunnel der Welt): 325 m,
Eurotunnel (Ärmelkanal): 375 m.” Stuttgart21-Info

Gipskeuper (Anhydrit):

Es sind 30 km Tunnels im Untergrund von Stuttgart geplant.
Das Gipskeuper-Vorkommen ist bekannt. Gipskeuper quillt auf, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Erdverwerfungen sind die Folge. Geologie21

Dolinen:

Ein Dolinen-Vorkommen ist bekannt, allerdings ist die Frage, wo sie genau liegen. Es können auch Höhlen von 1 m Durchmesser sein. Wie wirken sich die Bauarbeiten auf sie aus? Wie oft pro Quadrat-Kilometer und weit in die Tiefe werden sie erforscht?

Wendet man diese Betrachtungen auf den Bereich der Baufläche A3 des geplanten Tiefbahnhofs im mittleren Schlosspark an, so befinden sich hier auffallend viele Verwerfungen und Dolinen, also besonders viele Schwächezonen durch die gesamten Gesteinsschichten, an denen eine Verbindung der Grundwasserstockwerke bereits nachgewiesen ist.
Und gerade in einem besonders gefährdeten Bereich mit dem Aufeinanderstoßen von 2 Verwerfungen und vielen Dolinen ist der heikelste und tiefgreifensten Eingriff des gesamten Bauvorhabens, der Nesenbachdüker, geplant. In diesem Bereich ist die Gefahr eines unkontrollierbaren Mineralwasseraufstiegs sehr groß. Geologie21